Japan UNESCO Welterbe

Sehenswürdigkeiten in Nara-Japan: von Tempeln und heiligen Hirschen

Japan-Nara-Hirsche

Wer Nara besucht, lernt die Wiege Japans kennen, denn Nara war die erste kaiserliche Hauptstadt des Landes, und zwar von 710 – 784 n.Chr. Zum Ende des 8. Jahrhunderts zog der Kaiserstaat dann ins heutige Kyoto um.

In Nara findet man als Sehenswürdigkeiten auch die ältesten Tempel Japans, und sogar das älteste noch erhaltene Holzgebäude der Welt. In dieser Stadt wimmelt es also geradezu von Superlativen.

Die kleine Stadt teilt man sich nicht nur mit anderen Menschen sondern auch mit zahlreichen vierbeinigen Gesellen. Die Hirsche sind im Stadtbild allgegenwärtig und eine echte Sehenswürdigkeit.

 

Geschichte Naras

Bis zum 7. Jahrhundert war es in Japan nach den Glaubensvorstellungen des Schintoismus üblich, die „Hauptstadt“ nach dem Tod des jeweiligen Herrschers zu verlegen. Daher hatte das Land bis zu diesem Zeitpunkt keine ständige Hauptstadt. Erst als der Einfluss des Buddhismus immer mehr zunahm, und die kaiserliche Herrschaft auf das gesamte Land ausgedehnt wurde, beschloss man den Bau einer ständigen Hauptstadt. Dies sollte 710 n.Chr. Nara werden. Die chinesischen Einflüsse aus dieser Zeit prägten nicht nur die Kultur Japans, sondern auch vor allem die Architektur des Landes. Ende des 8. Jahrhunderts wurde die kaiserliche Hauptstadt, nach nur 75 Jahren, dann ins heutige Kyoto verlegt. Bei späteren Angriffen wurden Teile der Stadt schwer beschädigt oder auch vollständig zerstört.

 

Sehenswürdigkeiten und UNESCO-Weltkulturerbe in Nara

Zum Welterbe gehören in Nara insgesamt acht verschiedene Tempel und Schreine sowie der Kasugayama-Urwald. Leider haben wir es nicht geschafft alle diese Tempel zu besuchen, da sie weit über die Stadt verstreut liegen und wir nur einen Tagesausflug von Kyoto nach Nara gemacht haben. Neben dem Kofukuji-Tempel ist auf jeden Fall der Todaiji-Tempel als Sehenswürdigkeit einen Besuch wert.

 

Der Kofukuji-Tempel in Nara

Dieser Tempel war lange Zeit ein Gegenstück zum kaiserlichen Todaiji-Tempel in Nara. Er wurde um 710 von Kyoto nach Nara versetzt. Leider sind heute von den ursprünglich einmal 175 Gebäuden nur noch wenige erhalten, da viele den kriegerischen Auseinandersetzungen und den Feuersbrünsten der Jahrhunderte zum Opfer fielen. Schon weithin sichtbar ist die fünfstöckige Pagode aus dem Jahr 1426, die übrigens die zweithöchste Pagode Japans darstellt.

Nara-Japan-Tempelbezirk

 

Der Todaiji-Tempel in Nara

Der Todaiji-Tempel ist DIE Sehenswürdigkeit in Nara. Dieses hölzerne Bauwerk beeindruckt schon durch seine pure Größe. Die Haupthalle ist mit 49 m Höhe und 57 m Länge das größte Holzgebäude der Welt. Zum Bau des Tempels wurden rund 26.000 Bäume benötigt. Dies hätte normalerweise für ca. 4000 japanische Häuser gereicht.

Schon alleine das 19 m hohe Südtor, das Nandai-mon, durch welches man das Gelände betritt, ist beeindruckend und wird von 8 m hohen Wächterfiguren aus Holz aus dem 13. Jh., den sogenannten Nio-Wächtern, bewacht.

Nara-japan-Tempel-Todaiji

Wächterfigur am Südtor

Nara-Japan-Todaiji-Tempel

Das Südtor mit seinen Wächterfiguren

Nara-Japan-Tempel

Der Todaiji-Tempel, das größte noch erhaltene hölzerne Bauwerk der Welt

Nara-Japan-Todaiji-Tempel

Betritt man die Haupthalle des Tempels wird man von einer der größten brozenen Buddha Statuen der Welt, dem Daibutsu, in Empfang genommen. Interessant an dieser Statue sind die unterschiedlichen Farbverläufe die auf verschiedene Alter hindeuten, denn durch die im Laufe der Zeit stattgefundenen Brände wurde der Buddha immer wieder restauriert und rekonstruiert. So ist der Sockel der Figur der älteste Bestandteil mit rund 1250 Jahren. Hingegen soll der Kopf nur ca. 300 Jahre alt sein.

Die unterschiedlichen Tempel bzw. Orte die zum UNESCO Weltkulturerbe zählen, liegen in Nara alle relativ weit auseinander, so dass es unmöglich ist sie alle an einem Tag zu besichtigen.

UNESCO Weltkulturerbe in und um Nara
• Todaiji-Tempel • Kofukuji-Tempel • Kasuga-Taisha-Schrein • Horyuji-Tempel • Gangoji-Tempel • Yakushiji-Tempel • Toshodaiji-Tempel • Nara Heijo-kyo • Kasugayama-Urwald

Anreise
Nara erreichst Du mit der Bahn am besten von Kyoto aus. Hier kannst Du entweder Züge der JR oder der Kintetsu-Linie nehmen. JR fährt ab JR Kyoto bis JR Nara, die Kintetsu-Linie ab Takeda bis Kintetsu Nara Station. Beide Züge brauchen ca. 30-40 Minuten Fahrzeit. Vom JR Bahnhof in Nara geht ihr noch ca. 20 Minuten bis zum Tempel und Schrein Bezirk

Praktische Informationen
• Touristeninformation am JR Nara Bahnhof, geöffnet von 09:00 Uhr bis 21:00 Uhr, befindet sich im alten Bahnhofsgebäude, die Mitarbeiter sprechen englisch • Touristeninformation im Kintetsu Bahnhof, geöffnet 09:00 Uhr bis 21:00 Uhr, über dem Ausgang 3

Heilige Hirsche in Nara

Neben den Tempeln gibt es in Nara eine weitere Sehenswürdigkeit: die heiligen Hirsche! Im Nara Park (Nara-koen) sieht man sie überall, für den Strassenverkehr gibt es eigene Hinweisschilder. Sie lassen sich streicheln, sind aber auch ziemlich aufdringlich. Wenn man ihnen die „Deer-Cookies“ kauft, ist man von ihnen umzingelt, wird gestupst (und das manchmal nicht so sanft) und angefressen. Wir haben Szenen beobachtet, in denen mancher Tourist aus lauter Verzweiflung die gesamte Tüte mit den „Keksen“ zu Boden warf und das Weite suchte…verflogt von einigen Hirschen!

Japan-Nara-Hirsche

Japan-Nara-Hirsche

Die Sikahirsche gehören seit Jahrhunderten in das Stadtbild und werden von den Bewohnern verehrt. Einst wurde der Kasuga Schrein von der Adelsfamilie Fujiwara errichtet. Die Gottheiten, die den Kasuga Schrein beschützen, ritten auf Hirschen. Für die Familie hatten diese Tiere einen hohen Stellenwert und duften nicht gejagt werden. Sie konnten sich überall frei bewegen und verloren so natürlich auch die Scheu vor dem Menschen. Heute gibt es rund 1200 Tiere in der Stadt und ihr Bestand ist relativ konstant, das heisst, dass die Tiere ihre Anzahl offenbar selber regulieren, denn die Menschen greifen nicht zur Bestandsdezimierung ein. Und die paar Todesfälle im Strassenverkehr, die jedes Jahr vorkommen, machen keinen entscheidenen Faktor aus.


1998 wurde die erste kaiserliche Hauptstadt Japans, Nara, zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt.

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6 Kommentare

  • Antworten
    Alexandra Sefrin
    8. November 2018 an 6:55

    Liebe Miriam,
    zu Japan saugte ich schon als Jugendliche alles auf. Irgendwie zieht mich dieses Land mit seinen Schönen Tempeln und uralter Kultur magisch an. Keine Ahnung, warum wir noch nie dort waren. Die Naras stehen auf jeden Fall dann auf meiner Must-See-Liste.
    Liebe Grüße

    Alex

  • Antworten
    Susanne
    23. September 2018 an 9:39

    Freilaufende Hirsche, die man füttern darf… ist ja fast wie im Streichelzoo.
    Nara gefällt mir. Die Holzbauten sind wirklich beeindruckend – sie sind eigentlich genau so, wie ich mir immer das alte Japan vorgestellt habe.
    LG Susanne

  • Antworten
    Jan
    20. September 2018 an 14:34

    Von Nara habe ich vorher noch nichts gehört, von daher danke für euren Reisebericht, wieder etwas gelernt 🙂

    Lg Jan von
    https://thehiketribe.com/de/

  • Antworten
    Michelle | The Road Most Traveled
    20. September 2018 an 14:34

    Nara sieht toll aus!
    Ich finde die Tempel auch sehr schön, im Gegensatz zu Singapur oder Jakarta sind diese aber sehr „farblos“.
    Ist das in Japan eher der Fall, dass die Tempel nicht so farbenfroh sind?
    Die Hirsche finde ich irgendwie niedlich, aber Respekt sollte man sicher vor den Tieren haben.

    Ganz liebe Grüße,
    Michelle von The Road Most Traveled

  • Antworten
    Alex
    19. September 2018 an 10:52

    Vielen Dank für den tollen Bericht und die schönen Fotos von Nara. Ich war vor einem Jahr im Rahmen einer Studienreise dort und war sehr angetan. Ich kann generell Japan als Reiseziel wärmstens empfehlen.

  • Antworten
    Barbara
    19. September 2018 an 8:56

    Hallo Ihr beiden!
    Von Nara habe ich schon so viel gehört aber noch selten Fotos davon gesehen oder etwas davon gelesen. Hierzulande scheint die geschichtsträchtige Stadt nicht ganz so bekannt zu sein.
    Ein sehr schöner Bericht!
    War es sehr voll dort? Würdet ihr eher am Wochenende oder unter der Woche hin? Am Wochenende könnte ich mir vorstellen, dass viele Japaner dort sind.
    Liebe Grüße
    Barbara

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