Deutschland

Wilsede – Zeitreise in ein Heidebauerndorf

Schier endlos erscheinen die Heideflächen, die hin und wieder von Wacholderbäumen, Birken und anderer Vegetation unterbrochen werden. Und plötzlich erscheint hier im nirgendwo ein altes reetgedecktes Fachwerkhaus. Hinter Bäumen und Büschen entdecke ich weitere architektonische Schmuckstücke in diesem kleinen Heidebauerndorf namens Wilsede. Das Pferdegespann, welches mich herbrachte, gönnt sich im Schatten der Bäume eine Pause.

Wilsede ist kein normales Dorf, denn hierher kommt man nur zu Fuß, mit dem Rad oder eben mit einer Kutsche, denn Wilsede ist autofrei.

Die Höfe des typischen Heidedorfes liegen locker verstreut mitten im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide und gehen ohne eine erkennbare scharfe Grenze in die umliegende Landschaft über. Die alten Bauernhäuser mit ihren großflächigen Reetdächern, den Schatten spendenden Bäumen und den kleinen Steinmauern drum herum bilden ein wahres Idyll in dieser Landschaft. So sah das Landleben vor rund 150 Jahren aus.

Schmale Kopfsteinpflasterwege sind typisch in Wilsede.

Kleine Geschichtskunde

Im Jahre 1287 wurde der Ort das erste Mal in einer Urkunde erwähnt. Im Mittelalter gab es in Wilsede gerade einmal zwei Vollhöfe (das sind ungeteilte Höfe von 20-100 ha Landfläche), im 16. Jahrhundert kamen noch einmal zwei kleinere Höfe von sogenannten Kötnern (Kleinbauern mit meist nur kleinem Parzellenbesitz) hinzu. Ab dem Jahr 1750 gab es sogar eine Schule in Wilsede sowie ab 1882 sogar ein Armenhaus für zwei Familien.

Wilsede ist gleichzeitig auch ein Museumsdorf, denn einige der alten Bauernhäuser stammen aus anderen Ortshaften im Heidegebiet, so z.B. das Heidemuseum „Dat ole Huus“(plattdeutsch für „das alte Haus“), in dem man hautnah erleben kann, wie die Heidebauern zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten.

De Emhoff, eines der ältesten erhaltenen Bauernhäuser der Lüneburger Heide.

In unmittelbarer Nachbarschaft zum „Dat ole Huus“ gibt es den Emhoff, einen Ausstellungsschafstall, übrigens einer der ältesten Schafställe der Lüneburger Heide aus dem Jahr 1609, in dem es wechselnde Ausstellungen zu bewundern gibt. Gleich daneben liegt ein Stauden-, Kräuter- und Gemüsegarten.

Die Gegenwart

Heute leben in dem kleinen beschaulichen Dorf gerade einmal 40 Einwohner.

Einige Radfahrer und Wanderer machen hier Rast und stärken sich bei Kaffee und Kuchen in der „Milchhalle“. Wie es hier wohl zur Zeit der Heideblüte aussieht, wenn täglich tausende Besucher in dieses beschauliche Örtchen einfallen? Ich bin in diesem Moment froh, dass es Mai ist und ich mir das Idyll nur mit einigen wenigen Besuchern teile.

„Frische Schnuckenkötel“ sind natürlich nicht echt, sondern zum Verzehr bestimmt.

Die heutigen Bewohner Wilsedes leben zwar hauptsächlich vom Tourismus (so gibt es einige Gasthöfe, das Heidemuseum „Dat ole Huus“, einen kleinen Tagungsraum sowie einige Gasthäuser und ein Hotel), aber ich kann mir auch vorstellen, dass alle wieder ein wenig aufatmen, wenn die vielen Besucher, die sich an den Häusern vorbei bewegen, den Heimweg antreten und das kleine Heidedorf wieder in sein Dornröschenschlaf versinkt.

Auch ich mache mich nach diesem Zwischenstopp wieder mit der Kutsche auf, durch die weiten Flächen der Lüneburger Heide und überlasse Wilsede wieder der Ruhe und Einsamkeit dieser wunderbaren Landschaft.


Mein Tipp:

Kutschfahrten durch die Lüneburger Heide lassen sich zum einen über die Seite von Bispingen Touristik e.V. buchen oder aber auch direkt bei Anne´s Kutschfahrten buchen (Herr Bartels ist nicht nur vernarrt in seine Pferde, sondern kann auch tolle Geschichten über die Lüneburger Heide erzählen.)

Einen schönen Artikel zur Kutschfahrt durch die Lüneburger Heide findet ihr auch bei Heike´s Reiseblog .

Bei Aras & Christiane von W.E.G. findet ihr tolle Artikel über den Wilseder Berg und die Behringer Heide.

Wenn ihr Euch für die Bispingen Card, mit der ihr tolle Rabatte, auch bei den Kutschfahrten bekommen könnt interessiert, dann schaut mal beim WellnessBummler vorbei, da wurde die Karte nämlich beschrieben und getestet.


Offenlegung: Die Kutschfahrt durch die Heide bis nach Wilsede war Bestandteil des Heideblogger Treffens, zu welchem ich von Bispingen Touristik e.V. eingeladen wurde.

Meine Meinung bleibt wie immer die eigene.

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13 Kommentare

  • Antworten
    Europäischer Fernwanderweg: Sonnenaufgang in der Lüneburger Heide - Wellness & mehr
    28. Juni 2017 an 9:27

    […] Museums – Heidebauerndorf Wilsede stellt Miriam von Northstarchronicles euch vor (wer auf dem Europäischen Fernwanderweg unterwegs ist, der kommt auch dort […]

  • Antworten
    Tanja
    16. Juni 2017 an 21:06

    Liebe Miriam,
    ein ganz toller Bericht…
    und ich bin gespannt, wann wir unseren gemeinsamen Schäferausflug nachholen. 😉
    Liebe Grüße, Tanja

    • Antworten
      Miriam
      16. Juni 2017 an 21:24

      Liebe Tanja,
      lustig, ich habe gerade gestern daran gedacht und mir vorgenommen Dich am Wochenende deswegen anzuschreiben 😉
      Ich hoffe auf jeden Fall bald, da ich das schon immer gerne mal machen wollte!
      Liebe Grüße Miriam

  • Antworten
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  • Antworten
    kerstin
    6. Juni 2017 an 21:48

    Hallo, ich habe gar nicht alles sehen können, gerade hier war die Zeit zu kurz. Aber ich bin im August im Rosenhof und hoffe auf einen Besuch. Viele Grüße Kerstin

    • Antworten
      Miriam
      7. Juni 2017 an 6:13

      Hallo Kerstin,
      da hast Du Dir ja die perfekte Zeit für den Rosenhof ausgesucht! Ich möchte auch noch einmal nach Wilsede, so richtig in Ruhe. Es war wirklich sehr schön dort.
      lg Miriam

  • Antworten
    Eine Kutschfahrt durch die Lüneburger Heide - Heikes Reiseblog
    5. Juni 2017 an 15:36

    […] Mehr über Wilsede könnt ihr bei Miriam lesen WILSEDE – ZEITREISE IN EIN HEIDEBAUERNDORF […]

  • Antworten
    Heike Bohm
    5. Juni 2017 an 15:35

    Liebe Miriam,
    ein sehr schöner Bericht über den kleinen Ort. Leider hatten wir viel zu wenig Zeit, diesen mehr zu erkunden. Ich möchte dort auch auf jeden Fall nochmal hin. Denn es ist dort wirklich super schön und idyllisch.
    Liebe Grüße, Heike

    • Antworten
      Miriam
      5. Juni 2017 an 16:20

      Hallo Heike,
      vielleicht sollten wir dort ein gemeinsames Wiedersehen planen 🙂 ? Alle waren so begeistert und ich fand, wir waren auch eine super nette Truppe.
      Wenn Du planst in die Heide zu fahren, kannst Du ja Bescheid sagen, von Hamburg aus ist es ja nicht so weit.
      lg Miriam

  • Antworten
    Aras Orhon
    5. Juni 2017 an 11:30

    hallo Miriam

    obwohl wir so oft Gelegenheit haben, dieses geschichttsträchtige Dorf zu besuchen, hat uns Deine Sichtweise wieder den Blick auf Neues geöffnet. Keine Frage, wenn Du das eine oder andere in der Lünbeurger Heide vertiefen möchtest und das nicht alleine unternehmen möchtest …. Du weisst, wie Du uns finden kannst.

    Gruss von WEG
    Christiane & Aras

    • Antworten
      Miriam
      5. Juni 2017 an 11:34

      Hallo ihr zwei,
      eine gemeinsame Wanderung müssen wir wirklich mal machen. Ihr habt ja auch so schöne Artikel über die Heide! Ich denke die Region ist auch zu fast jeder Jahreszeit eine Reise wert, oder? Vielleicht können wir das ja mal zur Heideblüte planen und den Robin besuchen!
      lg Miriam

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