Namibia

Der perfekte Namibia Roadtrip – die besten Tipps

Namibia ist eines der schönsten Länder die wir bisher bereist haben. Die Wildtiere, die freundlichen Menschen und endlosen Weiten der faszinierenden Landschaft haben uns in ihren Bann gezogen.

Das Land im Süden Afrikas lässt sich prima auf eigene Faust mit dem Mietwagen erkunden. Ob man eine vorgebuchte Selbstfahrerreise unternimmt und so gemütlich selbst von Lodge zu Lodge fährt, oder sich gleich einen Camper oder einen Pick-up mit Dachzelt mietet, steht dabei jedem selbst offen. Wenn man selber fährt und nicht mit einer Gruppe unterwegs ist, hat das natürlich auch den Vorteil, dass man überall Zwischenstops einlegen kann ohne auf jemanden Rücksicht nehmen zu müssen. Namibia ist ein sicheres Reiseland und ein Roadtrip daher absolut zu empfehlen.

Damit die Reise perfekt wird, habe ich hier mal ein paar Tipps für Euch zusammengefasst, an denen ihr Euch bei der Planung orientieren könnt.

Wann ist die beste Reisezeit?


Namibia kann man zu jeder Jahreszeit bereisen, und jede Zeit hat ihre Reize. Bedenken sollte man, dass es zur Zeit unseres europäischen Winters auf der Südhalbkugel Sommer bzw. Regenzeit ist. Wir sind von Ende November bis kurz vor Weihnachten dort gewesen. Tagsüber kann es zu dieser Zeit recht heiß werden, die Nächte sind dafür angenehm lau. Dafür sind zu dieser Jahreszeit weniger Touristen unterwegs! Selbst im Etosha Nationalpark haben wir manchmal lange Zeit kein anderes Auto gesehen, die Wasserlöcher hatten wir häufig ganz für uns alleine. Ein weiterer Vorteil um diese Jahreszeit ist das lange Tageslicht. Ihr könnt also getrost erst um 19 Uhr an Eurem Camp ankommen, gemütlich aufbauen und etwas kochen.

Fahrt ihr dagegen zur Zeit des europäischen Sommers (also der Namibische Winter) wird es schneller dunkler (ca. gegen 17 Uhr.)

Vorteil des namibischen Winters: es ist tagsüber nicht so heiß, und ihr werdet wahrscheinlich keinen Regen haben. Diese Jahreszeit ist trocken und die Tiere sind häufiger an den Wasserlöchern zu finden als in der Regenzeit. Logisch oder?

Dafür kann es Nachts aber teilweise sehr kühl werden (in Wüstengebieten teilweise nur knapp über dem Gefrierpunkt).

Wenn ihr im Norden in etwas abgelegene Gebiete fahren wollt, würde ich Euch eher nicht die Jahreszeit von Januar bis April/Mai empfehlen. Hier kann es durchaus mal zu schweren Regenfällen kommen und manche Pisten können dadurch unpassierbar werden.

Regen in Namibia

Wie lange sollte man reisen?


Wie lange man für das Land einplanen sollte, hängt natürlich auch von Deiner Route ab. Ein bisschen Planung sollte man schon machen. Überlegt Euch, was ihr sehen wollt und plant Eure Route so, dass die einzelnen Abschnitte eine nicht allzu lange Fahrzeit in Anspruch nehmen. Bedenkt, dass ihr auf Schotterstraßen und Sandpisten länger für eine Strecke brauchen werdet, als auf den wenigen geteerten Hauptstraßen.

Wir waren drei Wochen unterwegs und haben uns folgende Route ausgesucht:

Windhoek – Keetmanshoop – Tirasberge – Sossusvlei – Swakopmund – Vingerklip – Etosha Nationalpark – Grashoek – Waterberg Plateau – Windhoek.

Ich Dir nur empfehlen, dass man die Strecken mit langer Fahrzeit am Anfang der Reise zurücklegt. Da ist man noch frisch und empfindet lange Autofahrten als weniger anstrengend.

Was ist beim Autofahren zu beachten?


Da die meisten Straßen in Namibia Schotter- oder Sandpisten sind, empfielt sich ein Allrad Fahrzeug.  Wenn ihr auch besondere Ziele abseits der Hauptstrasse ansteuert, z.B. den Henno Martin und Herman Korn Schelter, ist 4×4 absolute Pflicht! Wir haben uns für einen Toyota Hilux mit 2 Personen Dachzelt gemietet (absolut zu empfehlen!!!).

Toyota Hilux mit Dachzelt, Namibia

Unser Toyota Hilux mit Dachzelt nach unserem Trip

Was ihr auf jeden Fall beachten solltet:

  • In Namibia herrscht Linksverkehr! Aber keine Angst, wenn ihr erst einmal aus Windhoek heraus seid, freut ihr Euch über jedes Auto das ihr sehen werdet, auch wenn es euch auf einer ungewohnten Seite entgegenkommt.
  • Achtet bei Eurem Mietwagen darauf, dass er genügend Bodenfreiheit hat. Wenn ihr mit einem normalen PKW die geteerten Straßen verlasst, werdet ihr schnell Probleme bekommen.
  • Ihr solltet auf jeden Fall zwei Ersatzreifen haben. Wenn ihr selbst einen Reifen wechseln könnt ist das sehr von Vorteil, ansonsten lasst es Euch von der Autovermietung vor Ort zeigen. Wie es uns beim Reifenwechsel ergangen ist, kannst Du in unserem Behind the Scenes Artikel nachlesen.
  • Lasst Euch bei der Autovermietung einmal eine Führung rund ums Auto geben, und Euch zeigen, wo sich z.B. der Wagenheber befindet oder was beim Einlegen des Allrad Antriebes zu beachten ist.
  • Wichtig ist, dass ihr immer Trinkwasser bei Euch habt. Wir haben unseren Trinkwasserbestand bei jedem Supermarkt wieder aufgefüllt. Gerechnet haben wir mit minimum 4l Trinkwasser pro Tag zzgl. Wasser zum Kochen und Abwaschen. Wir haben immer 5l Kanister gekauft und die leeren dann bei den Campingplätzen mit Leitungswasser aufgefüllt. So hatten wir immer genügend Nutzwasser.
  • Fragt nach ob das Auto über einen zusätzlichen Reservetank verfügt und die betreffende Tankanzeige deshalb auch normal funktioniert. Bei unserem Wagen begann sich die Nadel erst mit dem letzten Drittel des gesamten Tankvolumens zu bewegen. Tankstellen sind rar in Namibia, deshalb solltet ihr Euch bei jeder Tankstelle Gedanken um die verbleibende Reichweite des Fahrzeugs machen. Wenn ihr in abgelegene Gebiete wollt (Kaokoveld oder Kaudom Nationalpark), solltet ihr auf jeden Fall zusätzlich auch noch einen Reservekanister dabeihaben. An den Tankstellen wird normalerweise nur Bargeld akzeptiert! Geht also auf Nummer sicher und habt immer genug Geld dabei.
  • Im Kaudom Nationalpark, an der Grenze zu Botswana, ist es aus Sicherheitsgründen nur zulässig mit mindestens zwei Autos zu fahren!
Namibia Strasse Giraffe

Wildtiere kreuzen öfters die Strasse

  • ACHTUNG WILDTIERE! Beim Fahren auf Namibias Straßen und Pisten achtet bitte immer auf die Tiere. Gerade Warzenschweine laufen gerne unkontrolliert an den Straßen entlang und nicht selten auch auf diesen herum. Größere Tiere sieht man durchaus rechtzeitig, aber auch den Aufprall mit kleineren Vertretern sollte unbedingt vermieden werden. Daher solltet ihr auf gar keinen Fall nach Einbruch der Dunkelheit fahren. Viele Versicherungspolicen enthalten Einschränkungen bezüglich der Tageszeit.
  • Ich gebe zu, wir benutzen die meiste Zeit offline Karten von Nokia Here oder Googlemaps, haben aber meist auch Papierkarten dabei. So ist es auch hier äußerst nützlich eine physische Karte dabei zu haben, denn nicht jeder Schleichweg ist auf Google und Co. zu finden. Ich empfehle die Namibia Karte von Tracks4Africa im Maßstab 1:1 000 000. Diese Karte wird regelmäßig aktualisiert. Auch wenn sie mit knapp 20 € nicht ganz billig ist, eine Bessere gibt es nicht!
Tankstelle in Namibia

Tankstelle in Namibia

tanken in Nambia

Das Betanken unseres Autos hat eine gefühlte Ewigkeit gedauert

Wir haben bei Kalahari Car Hire unser Auto gemietet. Ihr könnt Euch einen moderneren Wagen (Baujahr 2012/2014) holen, der kostet dann bis zu 75 € am Tag. Wir haben uns für ein älteres Modell entschieden (Baujahr 2005/2008) und haben nur rund 50 € pro Tag bezahlt.

Habt ihr ein älteres Modell, so solltet ihr ein bisschen Autoaffinität mitbringen. Wir hatten durchaus unseren Spaß mit dem Wagen (er hatte zu Beginn der Reise 612.000 km runter! Das ist die Strecke von der Erde zum Mond und zur Hälfte wieder zurück). Bei älteren Wagen empfiehlt es sich Kabelbinder in verschiedenen Längen dabei zu haben um kleinere Probleme temporär bis zur nächsten Werkstatt lösen zu können.

Wo kann ich am besten übernachten?


Namibia bietet verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten für jeden Geldbeutel. Am günstigsten ist es natürlich, wenn ihr campen geht so wie wir. Meine persönlichen Lieblingsplätze und ein paar nützliche Tipps werde ich hier in Kürze für Euch zusammenfassen.

Camping in Namibia mit Dachzelt

Campingplatz beim Köcherbaumwald

Da auch wir ab und zu mal Lust auf ein weiches Bett hatten, haben wir immer mal wieder zwischendurch auf einer Gästefarm übernachtet oder uns eine Lodge gegönnt.

Gästefarmen bieten den Vorteil, dass sie meist Familienanschluss haben. Auf der Düsternbrook Farm haben wir beispielsweise mit dem Hausherren und seiner Familie zu Abend gegessen, dabei wurde nett geplaudert und man hat noch so einiges erfahren können, was in keinem Reiseführer steht. Im Nachhinein fanden wir es sogar schade, dass wir nicht mehr Aufenthalte auf einer Gästefarm hatten. Sie haben gegenüber den Lodges zwar etwas weniger Luxus, dafür aber mehr Persönlichkeit.

Düsternbrook Guest Farm, Namibia

Auf der familiären Gästefarm Düsternbrook isst man abends mit der Familie zusammen

Wie sicher ist das Land?


Namibia ist für Touristen, im Vergleich mit anderen afrikanischen Ländern, ein sehr sicheres Reiseziel. Wir hatten keine Situation in der wir Angst haben mussten. Die Einheimischen sind ausnahmslos alle sehr freundlich und hilfsbereit und sprechen Englisch, viele sogar Deutsch. Kleinkriminalität findet natürlich auch in Namibia statt, aber wo tut es das nicht?

Unser Auto haben wir in der Hauptstadt Windhoek und anderen Kleinstädten wie Keetmanshoop und Swakopmund immer auf bewachten Parkplätzen abgestellt. Auch vor jedem großen Supermarkt gibt es immer Aufpasser in leuchtenden Warnwesten, die beim Ein-und Ausparken helfen und wohl auch mal ein Auge auf Deinen Wagen werfen (zumindest machte es den Anschein). Dafür gibt man ihnen dann beim Wegfahren ein kleines Trinkgeld.

Nach Geld bettelnde Menschen sind uns sehr wenige begegnet. Dafür aber viele, die in Zeiten der Dürre um Wasser gefragt haben. Auch Kinder haben sich meist sehr über einen Trinkjoghurt aus dem Supermarkt gefreut. Gerade in den ländlichen Gegenden ist die Armut recht hoch und die Menschen freuen sich über Wasser oder Nahrungsmittel. Aufdringlich sind sie aber, bis auf eine Ausnahme, nie geworden, sondern haben eher schüchtern gefragt und waren am Ende sehr dankbar.

Was kostet mich ein Roadtrip durch Namibia?


Was eine Reise nach Namibia kostet hängt natürlich immer davon ab, wie ihr reisen wollt. Nehmt ihr Euch ein besseres Auto und übernachtet nur in Lodges, dann müsst ihr natürlich tiefer in die Tasche greifen.

Flüge von Deutschland aus liegen zwischen 800 – 1200 € (je nachdem ob ihr mit Air Namiba fliegt oder ein günstigeres Angebot von Condor bekommt).

Das Auto hat bei uns für drei Wochen (inkl. Versicherung) mit ungefähr 1400 € zu Buche geschlagen.

Für 4.826 km haben wir ca. 500 € an Benzin ausgegeben.

Campingplätze kosten zwischen 10 € bis max. 18 € pro Person und Nacht.

Wer auf einer Gästefarm übernachtet, hat auch dort verschiedene Möglichkeiten. Vom sogenannten Luxury Tent bis hin zum kleinen Cottage oder einer kleinen Suite können die Kosten bei ca. 35 € bis 60 € pro Person und Nacht liegen. Bei einigen ist zumindest das Frühstück inkludiert. Abendessen ist immer zusätzlich buchbar.

Die Lodges in Namibia bieten hohen Komfort und sind mit allem ausgestattet was das Herz begehrt. Hier schwanken die Preise von ca. 60 € bis 150 € pro Person und Nacht. Häufig ist hier das Frühstück und das Abendessen inkludiert. Die Preise können saisonbedingt höher ausfallen.

Wer campt und zwischendurch mal in einem richtigen Bett schlafen will so wie wir (und unsere Unterkünfte waren ein wahres Potpourri aus Campingplatz, Farmhaus und Luxuslodge), kann mit insgesamt ca. 3000 € pro Person (inkl. ein wenig Taschengeld) rechnen. Natürlich ist es auch abhängig, ob ihr Game Drives in den Lodges dazu buchen wollt oder welche Aktivitäten ihr sonst so plant.

Habt ihr noch weitere Fragen, oder selber Tipps die ich mit aufnehmen kann, dann hinterlasst mir doch einen Kommentar.


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7 Kommentare

  • Antworten
    Aras Ohon
    19. Juni 2017 an 20:24

    Hallo,

    wir haben auf dich verlinkt. In diesem Sinne:

    hallo,

    wir haben auf Dich verlinkt (Dein Bild fügen wir ein, sobald es uns erreicht)

    https://wegsite.net/nachher-ist-vorher-ist-nachher/

    Gruss von der Wegsite
    Christiane & Aras

  • Antworten
    Christiane Feill
    5. Juni 2017 an 12:20

    Hallo Miriam,
    ich habe gerade all Deine Artikel über Namibia gelesen. Super informativ, toll geschrieben, wunderschöne Bilder… all das macht große Lust auf einen Namibia Road Trip!!!
    Viele Grüße
    Christiane

    • Antworten
      Miriam
      5. Juni 2017 an 12:25

      Liebe Christiane,
      vielen Dank. Ich kann Euch Namibia nur empfehlen, es ist einfach großartig. Man sollte das Land definitiv selber (ohne Gruppe) bereisen. Entweder total auf eigene Faust, so wie wir, oder wenigstens als Selbstfahrer-Tour! Wir haben es (fast) immer als sicher empfunden und es hat so viel Spass gemacht und unglaubliche Eindrücke hinterlassen.
      Ich kann es nur jedem empfehlen, aber Vorsicht, der Afrika-Reise-Virus wird Euch infizieren 😉 .
      lg Miriam

  • Antworten
    Christine von Cache'n'Travel
    11. Januar 2017 an 19:44

    Hallo Miriam,
    ich hab gerade durch alle Namibia Artikel gestöbert. Deine Geschichten und Bilder verstärken die Vorfreude auf unseren Namibia Trip im Herbst. Besonders dieser Artikel mit all den hilfreichen Tipps hat mir gut gefallen. Unsere Route wird ähnlich sein, da können wir also einiges an Infos und Tipps mitnehmen. Vielen Dank dafür. Hat Spaß gemacht. 🙂
    Grüße von Christine (von Cache’n’Travel)

    • Antworten
      Miriam
      11. Januar 2017 an 22:29

      Liebe Christine,
      auch hier lieben Dank für den Kommentar, das freut mich, dass Dir der Artikel gefällt. Ich bin mir sicher, dass ihr eine einmalig schöne Zeit haben werdet! Macht unbedingt die little five Tour in Swakopmund, so etwas bekommt ihr sonst nicht selber zu sehen! Falls ihr zum Waterberg Plateau kommt, in der Wilderness Lodge gibt’s den Rhino Walk ?.
      Bin schon gespannt auf Eure späteren Berichte!!!
      Lg Miriam

  • Antworten
    Beatrice
    25. Juli 2016 an 9:48

    Perfekte Informationen! Vielen Dank! Über genau so einen Trip denke ich mit meinem Freund nach. Ich weiss nicht, ob das dieses Jahr noch was wird… Ihr seid aber offenbar im November/Dezember noch ganz gut klar gekommen? Von einer anderen Reisenden habe ich gehört, dass es zu der Zeit doch schon SEHR heiss war, deshalb habe ich ein bisschen gezweifelt…

    • Antworten
      Miriam
      25. Juli 2016 an 16:39

      Hallo Beatrice,
      es war im November/Dezember schon recht heiß, aber nicht unmöglich. Dafür ist es eben auch nicht so voll überall, was ich wiederum sehr angenehm fand. Im Sossusvlei und bei den San in Grashoek war es schon recht heiß. Die „Weiße Dame“ am Brandberg ist der Hitze bei uns zum Opfer gefallen. Wenn man aber seine Trips so plant, dass man am Vormittag jeweils vor Ort ist, dann geht es schon. Wir haben immer vormittags unser Besichtigungsprogramm gemacht, sind dann länger Auto gefahren und konnten das Sightseeing am nachmittag fortsetzen. In Swakopmund waren es im Dezember „nur“ ca. 22 Grad! Ich würde jederzeit wieder um die Jahreszeit dort hin fahren.
      lg
      Miriam

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