Kulinarisches Polen

Kulinarische Reise nach Polen

Jede Reise ist auch immer eine kulinarische Entdeckung. Letztes Jahr war ich das erste Mal in Polen und habe mir die wunderschöne Stadt Krakau angesehen. Dies war auch mein erster Berührungspunkt mit der polnischen Küche.

Eines ist schon Mal gewiss: die polnische Küche ist deftig und fleischlastig! Da hatte ich es als Vegetarierin schon etwas schwerer, und so manche Spezialität musste ich links liegen lassen. Aber als Vorspeise barszcz, zupa ogórkowa oder zupa grzybowa, als Hauptspeise Pirogi z kapusta i grzybami, Pirogi Ruskie oder Zapiekanki. Wer zwischendurch noch Appetit verspürt, kann den kleinen Hunger mit Oscypek, Obwarzanek oder Obwarzanki stillen. Alles verstanden?

Ich habe mich 5 Tage durch Krakau gefuttert und Euch einen kleinen Food-Guide zusammengestellt, welche Köstlichkeiten ihr in dieser wunderschönen Stadt entdecken könnt.

Wenn ihr wissen wollt, wo man in Krakau am besten Craft Bier trinkt, dann schaut man bei Susanne vorbei, die hat nämlich festgestellt, dass sich Krakau von einer Wodka zu einer Bier-Stadt entwickelt.

Barszcz


Als Barszcz wird die auch bei uns bekannte Rote Beete Suppe bezeichnet. Es gibt sie in klarer, oder aber auch in passierter Form mit Rote Beete Stückchen. Auch in Russland ist diese Vorspeise bekannt und beliebt. Ich finde sie sehr lecker, aber ich glaube man muss Rote Beete schon sehr mögen.

Zupa Ogórkowa


ist eine saure Gurkensuppe. Die Ogórki Malosolne sind eine Spezialität und etwas salziger und fester als unsere sauren Gurken hier in Deutschland. Man kann sie übrigens auch so als Snack zwischendurch essen.

Zupa Ogórkowa, Krakau

Zupa Grzybowa


ist eine Pilzsuppe und wird auch gerne mit Nudeln serviert. Im Herbst sind die Grzyby (Pilze) ohnehin eine Spezialität, da sie direkt in den Wäldern rund um Krakau gesammelt werden.

Alle Suppen kosten um die 15 zloty (ca. 3,60€).

Pierogi


Die gefüllten Teigtaschen aus Hefe-, Blätter-oder Nudelteig gibt es in drei klassischen Formen. Gefüllt mit Fleisch (pierogi z miesmen), mit Kartoffelteig und Frischkäse (Pierogi ruskie) oder mit Sauerkraut und Pilzen (pierogi z kapusta i grzybami). Darüberhinaus sind natürlich den Füllungen keine Grenzen gesetzt.

Ich habe mich für Euch auf die Suche nach den besten Pierogi Krakaus gemacht und bin nach mehreren Tagen Teigtaschen essen zum Ergebnis gekommen, dass es die besten Pierogi (und auch die wohl größte Auswahl) im jüdischen Viertel Kazimierz bei Pierozki u Vicenta gibt. Hier kann man zwischen 35 Sorten auswählen, süß und deftig, für jeden Geschmack ist etwas dabei, auch saisonale Füllungen werden angeboten. Pierogi gefüllt mit Blaubeeren, Apfel, Kirsche, Hüttenkäse mit Walnuss, Salami, Schinken, Spinat, Lammfleisch oder oder oder….

Die Preise pro Portion (ca. 9 Stück) bewegen sich zwischen 12 und 18 zloty (2,50 – 4,50€).

Adresse: Pierozki u Vicenta, Ulica Bozego Ciala 12.

Zapiekanki


Das polnische Zapiekanka ist mit dem französischen Croque vergleichbar. Häufig wird es als Snack bezeichnet kann aber, wie ich finde, aufgrund der Größe eine Hauptmahlzeit sein.

Dieses Essen wurde noch zu sozialistischen Zeiten entwickelt und galt als Fastfood-Angebot für die arbeitende Bevölkerung. Es ist eine halbierte ca. 30 cm lange Weißbrotstange, die mit Käse und Pilzen überbacken ist. Meist werden Baguettes mit Lauch betreut und mit Ketchup versehen serviert.

In Krakaus Altstadt gibt es zahlreiche kleine Snackbuden an denen man diese Baguettes kaufen kann. Allerdings fand ich die meisten sehr trocken und insgesamt nicht appetitlich.
Die wirklich besten Zapiekanki gibt es wieder im jüdischen Viertel Kazimierz und zwar mitten auf dem Plac Nowy, dem neuen Platz. Hier kann man zur Mittagszeit schon mal gut und gerne 40 min. in der Schlange stehen, aber die Baguettes sind es wert. Hier kann man auch zwischen vielen weiteren zusätzlichen Belägen auswählen. Ich habe mir eines mit Pilzen, Käse, schwarzen Oliven, Gurken, Tomaten und Feta Käse gegönnt.

Kostenpunkt: je nach Belag zwischen 15 und 20 zloty (um die 4 €)

Zapiekanki, Krakau, Polen

Oscypek


ist ein harter geräucherter (es gibt ihn aber auch naturbelassen und nicht geräuchert) Schafskäse aus den Bergen der Tatra. Häufig ist er in Tierform gepresst und heißt redykolka. Er wird schon seit einigen Jahrhunderten hergestellt. Man presst ihn in Bällchen und hängt diese dann zum Trocknen an die Decke der Berghütten wo er dann mehrere Monate reifen kann. (Ich muss mir das unbedingt mal in der Tatra anschauen.)

Die geräucherte Variante ist auch sehr lecker, allerdings muss man Geräuchertes mögen, denn der Geschmack ist schon sehr ausgeprägt. Der Käse wird an vielen Straßenecken der Stadt einfach so aus dem Korb heraus verkauft.
Übrigens darf sich nur der Käse Oscypek nennen, der von Schafbauern aus der Tatraregion von Zakopane hergestellt wird!

Kostenpunkt: pro Stück 2 zloty (ca. 0,50€)

Obwarzanki


Wer immer noch Hunger hat, der findet an den zahlreichen kleinen rollenden Verkaufsständen, die überall in Krakau stehen, Obwarzanki. Dieses ringförmige in sich gedrehte Hefegebäck hat seinen Ursprung in Krakau und wird bereits 1394 in einem Rechnungsdokument des königlichen Hofes erwähnt. Diese Kringel gibt es also bereits seit über 600 Jahren. Zu dem Obwarzanki habe ich eine komische Beziehung entwickelt, denn der Kringel ist verdammt trocken, so dass es einem gerade im Sommer im Mund die letzte Feuchtigkeit entzieht. Trotzdem hab ich ihn immer wieder gekauft. Es ist einfach ein guter und vor allem günstiger Snack zwischendurch.

Kostenpunkt: 2,5 zloty (ca. 0,60€)

Obwarzanki, Krakau, Polen

Übrigens stammt auch der Bagel aus Krakau und ist keine amerikanische Erfindung! Er hat seine Ursprünge in der jüdischen Kultur Polens des 17. Jahrhunderts. In Krakau kann man ihn meist auch bei den rollenden Verkaufsständen kaufen. Dann bekommt man aber gleich für 5 zloty (ca. 1,20 € ) eine kleine Kette dieser Mini-Kringel!

Bagel in Krakau, Polen

Ihr seht, Polens Küche hält auch vieles für Vegetarier bereit. Hinzu kommen noch die günstigen Preise, gerade beim Essen und Trinken.

Smacznego!


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2 Kommentare

  • Antworten
    Krakau und seine Legenden – Eine Tour durch die Altstadt
    16. Juli 2017 an 16:31

    […] Wenn du eine kleine Sightseeing-Pause benötigst, ist hier der richtige Ort dafür! Denn im Keller befindet sich ein zuckersüßes Café, in dem du dich aufwärmen kannst (so wie ich) oder einfach deine Füße mal ausruhen lassen kannst. Falls du nach Empfehlungen zur polnischen Küche suchst, empfehle ich dir Miriams Blogpost zur kulinarischen Reise nach Polen. […]

  • Antworten
    Isabella Arcucci
    15. August 2016 an 9:57

    Oh jetzt habe ich großen Appetit! Noch ein Grund mehr endlich mal in unser Nachbarland zu fahren. Danke! 🙂

  • Hinterlasse ein Kommentar