Japan Kulinarisches

Kaninchen-Wahnsinn im Nicolas Charles House

Also mal ehrlich: das Japan irgendwie anders ist (manche mögen sagen, es ist ein wenig verrückt und seltsam), dass ist nichts Neues. Welche Ausmaße es dennoch annimmt, hat auch mich manchmal nur staunend aber mit einem breiten Lachen zurück gelassen, mit der Erkenntnis: „Die spinnen, die Japaner!“

Gerade wenn man in Tokyo durch die Straßen der Stadtviertel Shibuya oder Harajuku schlendert, hört man dieses eine Wort immer und immer wieder. Mit einer hohen, ja fast schon piepsigen Stimme wird es vorzugsweise von Frauen verwendet, wobei das Alter hier keine Rolle spielt.

Von „kawaii“ ist hier die Rede. Klein, süß, niedlich, charmant, liebenswert und unschuldig. All dies wird in dem Wort „kawaii“ vereint. In Japan ist dieser Begriff längst zum Alltagskult geworden.

Kawaii“ ist ein Modebegriff, den längst nicht mehr nur Teenager benutzen. Es ist zu einem Lebensgefühl geworden und macht vor nichts mehr Halt. Man kann es fast mit dem Niedlichkeitsschema des Verhaltensforschers Konrad Lorenz vergleichen, nach dessen These kleine Tiere mit ihren großen Köpfen und runden Kulleraugen und ihrer etwas unbeholfenen Art einen Mutter- bzw. Beschützerinstinkt auch in uns Menschen auslösen. Beim Menschen tritt das Niedlichkeitsschema besonders bei Babys auf, wenn man ihren großen Kopf, die etwas zu hohe Stirn, die kleine Nase große Kulleraugen und vor allem die weiche Haut betrachtet.

Was hat das jetzt mit Essen zu tun? Ich sag´s Euch!

Bunny Café Nicolas Charles House

Die Verehrung des Niedlichen macht in Japan natürlich nicht vor Nahrungsmitteln Halt. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Cupcakes, Cream Puffs (Windbeutel) und Donuts in allen Tier- oder Comic-Charakterformen. Manchmal reicht es auch einfach schon, wenn das Lebensmittel zwei niedlichen Augen und einen Mund hat.

In Tokyo gibt es ein verrücktes Café oder Restaurant neben dem nächsten. Katzen-Cafés, sonstige Tier-Cafés, ein Monster-Café, Roboter-Restaurant und jede Menge andere verrückte Läden. Alleine unterwegs? Macht nichts. Setz Dich einfach in das Moomin-Café und Du bekommst Deinen Lieblingscharakter als übergroßes Kuscheltier mit an den Tisch gesetzt. Du sehnst Dich nach der Nähe eines anderen Menschen? Geh in ein Kuschel-Café (ja, die gibt es wirklich, aber da wird nur völlig jungendfrei gekuschelt….).

Hasen-Spaß im Nicolas Charles House

Bunny Café Nicolas Charles House

Wer auf Kaninchen oder Hasen steht, der ist hier genau richtig. Im Nicolas Charles House in Harajuku, Tokyo ist alles auf die knuffigen Fellbüschel getrimmt. Hasen Cupcakes, Hasen Eisbecher, Hasenkuchen, ja sogar ein schlafender Hase aus Reis, der mit einer Käsedecke zugedeckt ist.

Wer das Café betritt bekommt als erstes Hasenohren aufgesetzt. Schon hier hört man oft den ersten „kawaii“ Schrei der überwiegend jungen Frauen.

Dazu sitzt man an kleinen Tischen, umgeben von allerlei Hasen-Nippes. An der Decke hängen bunte Luftballons mit denen man auch spielen darf, während im Hintergrund ein französisches Kinderlied rauf und runter dudelt. Die gesamte Szenerie katapultiert einen direkt in eine andere Welt, zu Alice im Wunderland. (Ja, Männer können schon darunter leiden, wenn Frau den Kawaii-Kult ausprobiert).

Nicolas Charles House Tokio

Hasen Nicolas Charles Haus Tokio

...Häschen im Brötchen...schon ein wenig merkwürdig...

…Häschen im Brötchen…schon ein wenig merkwürdig…

Bunny Café Nicolas Charles House

Sterneküche darf man natürlich hier nicht erwarten, aber das tut glaube ich auch niemand der solche Cafés besucht. Der Hasen-Dessertbecher ist eine Mischung aus Eis und geschichtetem Kuchen. Wir haben uns einen mit Karamell und Mandeln ausgesucht. Ein Becher könnte durchaus als alleinige Mahlzeit durchgehen, weshalb man sich auch gut einen teilen kann.

Da ich wirklich Hunger hatte, bestellte ich noch den „Hasen-im-Käsebett“. Geschmacklich nichts außergewöhnliches (Achtung für die Vegetarier: unter dem Reis-Hasen liegen Hackbällchen) aber dennoch lecker.

...oder im Käsebett

…oder im Käsebett

Wer von Hasen immer noch nicht genug bekommen hat, der kann sich im Erdgeschoss des Nicolas Charles House noch ein paar Windbeutel für den Weg kaufen. Hierbei sei allerdings erwähnt, das es in Japan ein großes No-Go ist, und man auch dementsprechend angeschaut wird, wenn man im Gehen etwas ißt! Also sucht Euch einen schönen Platz, wo ihr die leckeren Windbeutel im Sitzen genießen könnt.

Adresse:

Das Café befindet sich in der Cat Street, hinter der weißen Ralf Lauren Villa

Nicolas Charles House , Jingumae 426 Bldg. 2F, 4-26-5 Jingumae, Shibuya-ku, Tokyo


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