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Der Grand-Place in Brüssel: von goldenen Häusern, Handwerkern und dem Tod

Der Grand-Place, oder auch Grote Markt, in Brüssel, ist eines der Wahrzeichen der belgischen Hauptstadt. Er gilt als einer der schönsten Plätze Europas, nicht zu Letzt durch das im gotischen Stil erbaute Rathaus und die barocken Fassadenfronten der übrigen Häuser, die mit ihren Goldelementen in der Sonne um die Wette strahlen.

Bereits im 11. Jahrhundert, also noch im Frühmittelalter, war der Grand-Place das Zentrum der Stadt, Versammlungspunkt sowie Hinrichtungsstätte. Dies war übrigens zu der Zeit völlig normal, dass Hinrichtungen auf den zentralen Plätzen einer Stadt stattfanden.

Vor dem Maison du Roi lag die Hinrichtungsstätte der Stadt

Gegenüber dem Rathaus befindet sich das Königshaus (Maison du Roi). Ob die ganzen asiatischen Gruppen, die direkt vor dem Haus stehen und Selfies machen, wohl wissen, dass sie genau auf der Richtstätte stehen? Vielleicht hätte ich mir den Spaß machen, und sie darauf hinweisen sollen.

Gegen Ende des 17. Jh. wurde der Grand-Place von den französischen Truppen unter Marschall Villeroy fast vollständig zerstört. Der Stadtrat beschloss beim Wiederaufbau, dass alle Häuser eine geschlossene barocke Fassade erhalten sollen, damit ein einheitliches repräsentatives Stadtbild entsteht.

Das etwas asymmetrisch gebaute Rathaus mit seinem markanten Belfried

Das Rathaus mit seinem imposanten mittleren Belfried (so nennt man die hohen schlanken Glockentürme, die so typisch für die flämischen Gebiete sind), wurde Anfang des 15. Jahrhunderts errichtet.

Steht man direkt vor dem Rathaus, so fällt auf, dass die rechte Seite sehr viel kürzer ist, als die linke Häuserseite. Kein Baufehler, nein. Die rechte Hälfte war schlichtweg nicht mit eingeplant gewesen, aber die Gilden der damaligen Zeit wollten in der städtischen Regierung Mitspracherecht und erstritten sich ihren Platz im Rat. So musste an das schon bestehende Rathaus ein rechter Flügel angebaut werden, damit auch die Gilden ihren Platz bekamen. Da aber an der Ecke West-Südwest des rechteckigen Grand-Place bereits Häuser standen, konnte man das Rathaus eben nicht symmetrisch bauen.

Rund um den Platz herum stehen die Häuser der verschiedenen Zünfte, die neben dem Zunft Namen noch einen eigenen Namen tragen. So gibt es z.B. das Zunfthaus der Bogenschützen, welches den Namen La Louvre (die Wölfin) trägt oder Cygne (der Schwan), für das Zunfthaus der Fleischer.

Ganz rechts „Cygne“ (der Schwan), das Zunfthaus der Fleischer


Der Grand-Place wurde 1998 als Ensemble in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

 

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