Namibia UNESCO Welterbe

Die Namib – Symphonie aus Sand

Dead Vlei in Namibia

Wüste. Das ist für den einen ein unwirklicher feindseliger Ort. Er ruft mit seinen bizarren Lebensformen und seiner unendlichen Einöde meist ein beängstigendes Gefühl in vielen Menschen hervor.

Doch die Wüste, und hier speziell die Namib, ist mehr. Für den der genauer hinschaut, kann sie mit ihren immer wechselnden Pastellfarben, ihrer Einsamkeit und ihrer unglaublichen Stille, in der man meist nur seinen eigenen Pulsschlag wahrnimmt, auch absolut bezaubernd wirken.

Mit etwa 80 mio. Jahren ist die Namib die älteste Wüste der Erde (wobei das genaue Alter wissenschaftlich immer noch kontrovers diskutiert wird). Die Tiere, die hier leben, sind beeindruckende Spezialisten.

Die Namib ist ein schmaler Landstreifen, der sich von der Kapprovinz im Süden bis nach Südangola erstreckt. Sie bedeckt eine Fläche von rund 81.000 km2. Es gibt nur wenige Stellen an denen diese empfindliche Welt betreten werden kann. Eine davon liegt beim Sossusvlei.

Oryxantilope in Namibia

Von Süden des Landes her über die Tirasberge kommend, eröffnet die Landschaft einem hier die unglaublichsten Formen und Farben. Auf der einen Seite sind da die weichen Rundungen der Tirasberge, welche von goldenen langen Gräsern und einem zarten Schleier von grün umschmeichelt werden, davor noch ein paar wenige Bäume mit satten grünen Blättern in deren Schatten sich ein Gemsbock ausruht. Auf der anderen Seite erscheinen die in der Abendsonne rot glühenden Dünen der Namib-Wüste.

Geradeaus, immer weiter fährt man, der Horizont verschiebt sich immer wieder von Neuem und ein Ende ist nicht zu erkennen. Die Zeit fliegt an uns vorbei. Minuten, Stunden? Wir wissen es nicht mehr.

Namibia Namib Wüste

Morgenstunden


Als am nächsten morgen um 3:50h der Wecker klingelt ist außer dem Wüstenfuchs, der verwirrt im Schein unserer Stirnlampen um unser Zelt herum läuft, fast noch niemand auf den Beinen. Auf der Fahrt zum Sossusvlei vernehmen wir nach und nach schemenhaft die in verschiedenen Grautönen erscheinende Umwelt. Die Lichter der vorangefahrenen Fahrzeuge werden geradezu von der Dunkelheit verschlungen und verschwinden im unendlichen Nichts.

Eine Stunde später steht die Sonne in einem roten Glutball am Himmel, und die Namib wechselt ihre Farben. Wie ein Schleier der langsam gelüftet wird, entfalten sich die Farben des Wüstenmalkastens von leichten Pastelltönen zu kräftigen Rot und Ockertönen. Die Sonne teilt in den Morgen- und Abendstunden die Dünen in zwei Hälften: eine orange-rote und eine schwarze. Eine stärkere Farbtrennung könnte es kaum geben.

Namibia Sossusvlei Namib Wüste

Wir stehen im Sossusvlei auf dem Grat einer Düne, der „Big Mama“. Stille. Ein leichter Windstoß wirbelt Sand unter unseren Füßen auf. Jeder Schritt erzeugt ein leises Säuseln der Sandkörner, die in einem Rutsch abwärts gleiten. Die Namib spielt ihre eigene Symphonie. Um uns herum nichts als Sand, tausende Kilometer weit.

Namib Wüste Namibia

Unsere Fußabdrücke haben sich tief in den Dünengrat gegraben. Am Abend taucht die Sonne die Landschaft noch einmal in ein feuerrotes Sandmeer. In der Nacht wird der leichte Wind über den Dünenkämmen auffrischen und unsere Spuren im Sand verwehen. Die Dünen fallen in den Schlaf den sie seit Millionen Jahren schlafen: weich, leise und unberührt. Von unserer Anwesenheit wird am nächsten Morgen nichts mehr zeugen.

Seit 2013 sind weite Teile der Namib Wüste als Namib Sand Sea UNESCO Welterbe.


Du möchtest immer über die aktuellsten Artikel benachrichtigt werden?
Trage dich einfach in unseren Newsletter ein!

Das könnte Dir noch gefallen

2 Kommentare

  • Antworten
    Esther
    22. Juli 2017 an 8:43

    Wow! Vor allem das letzte Foto hat es mir angetan! Wie lange warst Du in Namibia? Und warst Du dort alleine unterwegs?
    viele Grüße
    Esther

    • Antworten
      Miriam
      22. Juli 2017 an 11:42

      Liebe Esther,
      wir waren 3 Wochen dort. Von mir aus, hätte ich noch Monate weiter fahren können. Ich hatte mich nachher schon so an das Camper-Leben gewöhnt 😉
      Ich war mit meinem Freund dort. Aber wir hatten unterwegs sogar ein Mädel getroffen, die mit ihrem Camper alleine unterwegs war. Fand ich schon krass. Sicher ist es, aber Du solltest wenn Du alleine fährst auf jeden Fall einen Reifen wechseln können und vielleicht minimal etwas von Autos verstehen. Zumindest war das bei unserer alten Karre ganz gut (der hatte über 600.000 km runter).
      Lg Miriam

    Hinterlasse ein Kommentar