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Der Glanz vergangener Zeiten in der Hansestadt Wismar

Der Geist einer längst vergangenen Zeit, der Hansezeit (12. – 17. Jh.), ist beim Schlendern durch die kleinen mit Kopfsteinpflaster bedeckten Gassen der Wismarer Altstadt zu spüren. Man fühlt sich vielerorts in der Zeit zurückversetzt. Es war die Zeit der Seeräuber, die auf Nord-und Ostsee ihr Unwesen trieben, unter ihnen auch der berühmte legendäre Pirat Klaus Störtebecker, die die Kaufleute des Mittelalters zur Gründung des Hansebundes bewegten, um die Sicherheit bei der Meerüberfahrt sowie aber auch wirtschaftliche Interessen, besonders im Ausland, zu vertreten.

Wismar Fassadenmalerei

Im historischen Zentrum von Wismar reihen sich alte Kaufmanns – und Handwerkshäuser aneinander die an den Glanz und Wohlstand vergangener Hansezeiten erinnern. Das älteste reicht bis ins späte 14. Jahrhundert zurück. Backsteinrote Giebel wechseln sich mit barocken Türmchen und Verzierungen an den Häusern sowie klassizistischen Fassaden ab. Der 1ha große Marktplatz ist der größte im gesamten Ostseeraum.

Vorbei an alten Speichern und Fachwerkhäusern kommt man zur „Frischen Grube“, ein Abschnitt des Mühlenbaches. Hier wuschen die Frauen früher ihre Kleider. Bei vielen Frauen auf einem Haufen kommt es ja manchmal bekannter Weise zu Keifereien, weshalb eine Straße hier auch einmal „Kyverwyver Straße“ hieß. Auch die „Tittentasterstraße“ gab es hier wirklich. Sie war so eng, dass Körperkontakt von zwei aneinander vorbei gehenden Personen nicht ausblieb.

Die ehemalige "Tittentasterstraße"

Die ehemalige „Tittentasterstraße“

Die Altstadt wird vom Mühlenbach durchzogen

Die Altstadt wird vom Mühlenbach durchzogen

Viel ist in den letzten Jahren getan worden um den Verfall der Stadt aufzuhalten. Doch es fehlt immer noch an Geld. An manchen Ecken wird man auch zahlreiche unsanierte Häuser betrachten können. Doch wagt man einen Blick durch die blinden Fensterscheiben, wird man zwischen dem von der Wand bröckelndem Putz die wahre Schönheit dieser Häuser erkennen. Stroh, dass aus den Wänden und der Decke schaut, alte dunkle hölzerne Dachbalken, die sich gegen den Verfall stemmen.

Im alten Hafen von Wismar liegen Fischerboote, die fangfrischen Fisch direkt zum Verzehr anbieten. Riesige Raubmöwen raufen sich um Fischreste die von Bord geworfen werden. So manch einem unaufmerksamen Touristen wird mit unter das Fischbrötchen gestohlen.

Raubmöwe

Raubmöwe

altes Hafenbecken

altes Hafenbecken

Aufgrund ihrer Größe und in ihrer einzigartigen Geschlossenheit wurden Wismar und Strahlsund zusammen am 27. Juni 2002 in die Liste des UNSECO- Weltkulturerbes aufgenommen. Die Altstadt von Wismar bedeckt eine Gesamtfläche von 76ha und ist somit ein Flächendenkmal für die mittelalterliche Bau-und Lebensweise.


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