Auf den Spuren von... Belgien

Comic Rundgang in Brüssel: Asterix, Tim und Struppi, Lucky Luke und Co.

Wandbild Tim und Struppi in Brüssel

Zurück in die eigene Kindheit mit Lucky Luke, Asterix und Tim und Struppi. Comic Fans aus aller Welt kommen auf dem Comic Rundgang in Brüssel auf ihre Kosten. Überall leuchten die bunten Comic Bilder weit sichtbar von Häuserwänden auf einen herab oder erwarten einen unverhofft hinter der nächsten Straßenecke.

Es gibt einen richtigen Comic Rundgang in Brüssel, der einen zu den schönsten Wandbildern führt. Dazu kommen noch themenspezifische Museen, die nicht nur für Kinder interessant sind.

Die beliebtesten Comics in Brüssel

Gleich in der Stoofstraat werde ich mit Menschenmassen konfrontiert, die sich vor dem Manneken Pis versammeln. Direkt dahinter sieht man Tim und Struppi zusammen mit Kapitän Haddock an einer hohen Häuserwand prangen und Abenteuer im Fall Bienlein bestehen.

Den Überfall eines römischen Lagers durch die beiden Gallier Asterix und Obelix sowie ihrer ganzen Crew muss man in der Washuisstraat 33-35 zwar leider durch einen Zaun bewundern, was der Szenerie aber keinen Abbruch tut. Etwas weiter in derselben Straße an der Hauswand mit der Nummer 19 ist man im wilden Westen bei Lucky Luke und den Dalton Brüdern angekommen. Während die vier Dalton Brüder mal wieder eine Bank ausrauben zieht der Schatten von Lucky Luke schneller seinen Colt als der Cowboy gucken kann. Der Belgier Morris, der bis 1955 die Texte noch selber schrieb, schaffte es die Western Story mit über 30 mio. verkauften Alben in Deutschland auf Platz 2 zu bringen. An erster Stelle der meist verkauftesten Comics in Deutschland lagen Asterix und Obelix.

Comic Rundgang Brüssel Asterix

Asterix und Obelix

Comic Rundgang Brüssel Lucky Luke

Ist schneller als sein Schatten: Lucky Luke

Comic Rundgang in Brüssel Durchgang

Der „Durchgang“

In der Straße Kolenmarkt 19, unweit des Grand Place entfernt, schaut man leicht irritiert auf den „Durchgang“, der wie ein Weg in eine Parallelwelt wirkt, und durch den man bloß hindurchgehen braucht, um in ein anderes Brüssel zu gelangen. Ebenfalls in derselben Straße, bei Hausnummer 60, kann man die abendliche Szenerie des Inspektor Victor Sackville, der zur Zeit des ersten Weltkrieges im Auftrag seiner Majestät von England als Spion durch die Welt reist, beobachten. Der gut gekleidete Gentlemen, der der Feder des Zeichners Francis Carin entsprungen ist, flaniert mit einer Dame im Arm durch die Gassen.

Nur unweit des „Durchganges“ in eine andere Welt sieht man gut gelaunt Jonas Valentin, welcher als Alter Ego des Zeichners Frank Pé gilt durch die Straßen spazieren. Dies war die erste Fassade, die 1991 in Brüssel mit einem Comic Ausschnitt gestaltet wurde. Zu finden in der Plattesteen.

In der kleinen Gasse Bijstandsstraat Nummer 9 findet man Rick Master an einer Dachrinne hängen und schaut zu, wie er der blonden Nadine über ein offenes Fenster zur Hilfe vor dem Bösewicht kommt. Auch Kommissar Bourdon ist zur Stelle. Leider ist diese wunderschöne Hausfassade mit dem Comic Bild von einigen hässlichen Schmierereien im unteren Bereich bedeckt. Es ist wirklich sehr schade, dass es immer wieder Menschen gibt, die so etwas Schönes ruinieren.

Von Rick Masters geht´s weiter zu Monsieur Jean. Diese leicht melancholisch wirkende nächtliche Szenerie überspannt eine breite Häuserfront in der Boogardenstraat 26. Ich kann nicht genau sagen was es ist, aber dieses Bild gehört zu meinen absoluten Favoriten auf dem Comicrundgang in Brüssel.

Comic Rundgang in Brüssel Monsieur Jean

Mein Lieblingsbild auf dem Comic Rundgang

Drei Straßenecken weiter in der Nieuwland schweb die japanische Elektrospezialistin Yoko Tsuno in einem Raumanzug über einem. Sie gehört neben der Stewardess Natascha seit den 1970er Jahren zu den ersten Comic-Frauen, denen eine eigene Serie gewidmet ist. Sie wurde von Roger Leloup für die wöchentlich erscheinende Zeitschrift „Spirou“ entwickelt.

In der Cellebroersstraat 49 kann man das Werk des jung verstorbenen Zeichners Yves Chaland bewundern. Die Geschichten des „Kleinen Albert“ spielen in der Brüsseler Nachkriegszeit und erzählen häufig von den Bubenstreichen des kleinen Jungen.

Comic Rundgang in Brüssel Kleiner Albert

Der „kleine Albert“ spielt in der Brüsseler Nachkriegszeit

Bevor unser Comic Rundgang kurz vor dem Grand Place wieder endet und man erneut am Manneken Pis und an Tim und Struppi vorbeikommt, zeigt sich noch an einer schmalen Häuserecke in der Eikstraat 9 Oliver und Columbine. Diese fröhlichen Zeichnungen entstanden in den 1968 Jahren und zeichnen sich durch ihren schönen „Flower-Power-Gedanken“ aus. Sie spielen in einer bunten Fantasy Welt namens Schauimtraum, in der man nicht mit Geld sondern mit so schönen Dingen wie Liedern, Lachen oder Freudentränen. Welch wunderbarer Abschluss für diesen Rundgang.

Der Erfolg der Comics

Eine aneinandergereihte Bildfolge gab es bereits in der Antike. Damals allerdings zeigten sie Sequenzen, die sich mit der Thematik Ernte und Verarbeitung oder Krieg beschäftigten. Ende des 18. Jahrhunderts tauchen in britischen Karikaturblättern kurze und witzig dargestellte Handlungen auf, die eindeutig auf Humor ausgerichtet sind. In Frankreich und Belgien entwickelte sich das Comic Heft, welches die Geschichten fortführte und sie nicht, wie manche Tageszeitungen, auf eine Ausgabe begrenzten. Einer der berühmtesten Vertreter war 1929 Hergé, der Erfinder von Tim und Struppi.

Seit 1991 gibt es in der belgischen Hauptstadt insgesamt rund 40 überdimensionale Comic Zeichnungen an Hauswänden und es werden jedes Jahr mehr. Neben Hergé´s Tim und Struppi oder den blauen Schlümpfen von Peyo, die man sogar in den königlichen Gewächshäusern in Laken versteckt zwischen den Planzen entdecken kann, gibt es noch zahlreiche weitere Comic Zeichner die sich verdient gemacht haben, und deren Werke nun auf die Besucher hinab schauen.

Weitere Streetart in Brüssel

Weitere tolle Wandbilder, die aber mehr politischer und gesellschaftlicher Natur sind und z.B. für mehr Akzeptanz von gleichgeschlechtlicher Liebe oder Bisexuellen in der Gesellschaft werben findet man z.B. in der Chaufferette Lollepot Straat.

Generell sollte man immer mit offenen Augen durch Brüssel ziehen, und auch mal in kleine Hinterhöfe schauen, denn man entdeckt immer Streetart jeglicher Coleur.

Streetart in Brüssel in einem Hinterhof

Ein Blick in mach kleine Gasse kann sich lohnen…

Streetart in Brüssel

Because Love sees NO….

Streetart in Brüssel

Für ein tolerantes und buntes Brüssel

Kleiner Tipp:

In der Touristeninfornation unweit des Grand Place entfernt, erhält man für schon 1€ einen kleinen Faltplan mit allen eingezeichneten Stationen des Comic Rundganges sowohl im Zentrum, als auch im Stadtviertel Zavel-Marollen, oder in Laken.


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5 Kommentare

  • Antworten
    Monique
    22. November 2017 an 11:47

    Hi Miriam,
    ist ein cooler Beitrag, die Streetart ist ja mal wirklich sehr schön.
    Ich war dieses Jahr in Antwerpen, aber da hab ich nicht so viel Streetart gesehen – muss allerdings gestehen, dass ich auch nicht so sehr darauf geachtet habe.
    LG Monique

  • Antworten
    Barbara
    11. November 2017 an 14:55

    Belgien hat so viel an Interessantem und Sehenswürdigkeiten. Dass es einen richtigen Comicweg in Brüssel gibt, hätte ich nicht gedacht. Hergé´s Tim und Struppi finde ich da ja besonders passend. Klasse!

  • Antworten
    Ellen
    16. Oktober 2017 an 7:11

    Ach wie toll! Ich liebe Tim und Struppi. Danke für den Tipp!
    Liebe Grüsse,
    Ellen

  • Antworten
    Rauszeiten im September 2017 || Reiseblog TRIP TO THE PLANET
    1. Oktober 2017 an 8:56

    […] Comic Rundgang Brüssel: Asterix, Tim & Struppi, Lucky Luke und Co. […]

  • Antworten
    Selda Eigler
    9. September 2017 an 21:35

    Hallo Miriam,
    tolle Bilder! Wow, das wußte ich noch gar nicht, mit den ganzen Wandmalereien. Vieles kenne ich aus meiner Kindheit und Jugend. Super ist das. Da muss ich zum fotografieren unbedingt hin. Wenn man das so will, Brüssel ist ja nicht weit. Danke für diese Inspiration.
    Viele Grüße aus dem Rheingau.

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